Donnerstag, 25. Februar 2016

Der Missbrauch der Esoterik

Viele Menschen werden durch die nordische Mythologie und die Runen eher abgeschreckt als angezogen. Ein Grund dafür ist wohl deren Missbrauch im III. Reich durch die Nationalsozialisten und die damit verbundene Tabuisierung des gesamten Themenbereiches.
Deshalb halte ich es für nötig, hier einmal auf die Vergangenheit der Runen und der nordischen Mythologie im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert einzugehen. Es werden im folgenden auch einige Personen genannt, über die ihr Euch auf externen Seiten informieren könnt.
Nachdem das Wissen um die nordischen Mysterien mit Beginn der Christianisierung bis ins hohe Mittelalter hinein, als die letzten schriftlichen Aufzeichnungen damit verfertigt wurden, fast ganz aus Europa verschwunden war, kam es erst im späten 19. Jahrhundert zu einer Renaissance der germanisch/nordischen Mythologie und der Runen. Einher damit ging das allgemeine Aufkommen des Spiritismus und des Okkultismus, wie z.B. die Theosophie. Im deutschsprachigen Raum entstand daraus die Deutschtumsbewegung. Die Anhänger derselben waren durchaus sehr praktisch orientierte Menschen, nicht arrogant von oben herab schauend. Nein, vielmehr wollten sie die Gesellschaft von der Basis aufwärtsstrebend verändern, zurück zu den traditionellen (vorchristlichen) Wurzeln. An und für sich ist dieser Gedanke ja richtig und gut gewesen. Jedoch wurde bereits hier eine falsche, gefährliche Richtung eingeschlagen. Teile des christlichen Erbes wurden durch germanisch/nordische Mythologie, Volkserzählungen und Sagen ersetzt, umgedeutet und neuinterpretiert. Die Bewegung fand reges Interesse in allen Schichten der Gesellschaft, in Kultur, Politik und sogar bei der Amtskirche! Ja sogar bei nichtchristlichen Bevölkerungsgruppen, wie z.B. anfänglich bei den deutschen Juden, die sich von dieser Bewegung eine Liberalisierung versprachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt (nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71) galten Schlagwörter wie "das heilige römische Reich deutscher Nation", "Hermann der Cherusker", " die Nibelungen" und so weiter als stark mystifiziert. Wie kam es dazu?
Bereits in den 50er Jahren des 19.Jahrhunderts begab sich eine Frau (!) in Männerkleidung nach Tibet. Sie prägte den Mythos vom Dach der Welt. Die Rede ist von Helena Petrovna Blavatzky (1831 - 1891). Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie um 1870 ihr Buch "Die Geheimlehre". In diesem Buch vertrat sie unter anderem auch eine andere Evolutionstheorie, abgeleitet von untergegangenen Menschheitskulturen, Atlantis und den Hyperboreern, welche am Nordpol vom Himmel stiegen und die damit verbundene Begründung der arischen Rasse. Sie gründete die theosophische Gesellschaft, deren Erkennungszeichen ein Hakenkreuz war. Dies wohl auch deshalb, weil das Hakenkreuz ein uraltes indogermanisches (arisches) Heilszeichen war und auch in Tibet reichlich Verwendung fand und findet.
Helena Blavatzky und ihre theosophische Gesellschaft waren keine Nazis, gerade diese übernahmen aber viel von ihren Argumenten und Ansichten. Ihre Schriften sollten den Grundstock für den aufkeimenden und erstarkenden deutschen Rassismus werden, dessen Auswüchse in den Jahren 1933 bis 1945 durch den damit verbunden Krieg weltweit über 70.000.000 Menschen das Leben kosteten (hiervon alleine schon 50.000.000 tote Soldaten!).



QUELLE LINK KLICK MICH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen