Viele Menschen werden durch die nordische Mythologie
und die Runen eher abgeschreckt als angezogen. Ein Grund dafür ist wohl
deren Missbrauch im III. Reich durch die Nationalsozialisten und die damit
verbundene Tabuisierung des gesamten Themenbereiches.
Deshalb halte ich
es für nötig, hier einmal auf die Vergangenheit der Runen und der
nordischen Mythologie im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20.
Jahrhundert einzugehen. Es werden im folgenden auch einige Personen
genannt, über die ihr Euch auf externen Seiten informieren könnt.
Nachdem das Wissen um die nordischen
Mysterien mit Beginn der Christianisierung bis ins hohe Mittelalter
hinein, als die letzten schriftlichen Aufzeichnungen damit verfertigt
wurden, fast ganz aus Europa verschwunden war, kam es erst im späten 19.
Jahrhundert zu einer Renaissance der germanisch/nordischen Mythologie und
der Runen. Einher damit ging das allgemeine Aufkommen des Spiritismus und
des Okkultismus, wie z.B. die Theosophie.
Im deutschsprachigen
Raum entstand daraus die Deutschtumsbewegung. Die Anhänger derselben waren
durchaus sehr praktisch orientierte Menschen, nicht arrogant von oben
herab schauend. Nein, vielmehr wollten sie die Gesellschaft von der Basis
aufwärtsstrebend verändern, zurück zu den traditionellen (vorchristlichen)
Wurzeln. An und für sich ist dieser Gedanke ja richtig und gut gewesen.
Jedoch wurde bereits hier eine falsche, gefährliche Richtung
eingeschlagen. Teile des christlichen Erbes wurden durch
germanisch/nordische Mythologie, Volkserzählungen und Sagen ersetzt,
umgedeutet und neuinterpretiert. Die Bewegung fand reges Interesse in
allen Schichten der Gesellschaft, in Kultur, Politik und sogar bei der
Amtskirche! Ja sogar bei nichtchristlichen Bevölkerungsgruppen, wie z.B.
anfänglich bei den deutschen Juden, die sich von dieser Bewegung eine
Liberalisierung versprachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt (nach dem
deutsch-französischen Krieg 1870/71) galten Schlagwörter wie "das heilige
römische Reich deutscher Nation", "Hermann der Cherusker", " die
Nibelungen" und so weiter als stark mystifiziert. Wie kam es
dazu?
Bereits in den 50er Jahren des 19.Jahrhunderts begab sich
eine Frau (!) in Männerkleidung nach Tibet. Sie prägte den Mythos vom Dach
der Welt. Die Rede ist von Helena Petrovna Blavatzky (1831 - 1891).
Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie um 1870 ihr Buch "Die
Geheimlehre". In diesem Buch vertrat sie unter anderem auch eine andere
Evolutionstheorie, abgeleitet von untergegangenen Menschheitskulturen,
Atlantis und den Hyperboreern, welche am Nordpol vom Himmel stiegen und
die damit verbundene Begründung der arischen Rasse. Sie gründete die
theosophische Gesellschaft, deren Erkennungszeichen ein Hakenkreuz war.
Dies wohl auch deshalb, weil das Hakenkreuz ein uraltes indogermanisches
(arisches) Heilszeichen war und auch in Tibet reichlich Verwendung fand
und findet.
Helena Blavatzky und ihre theosophische Gesellschaft waren
keine Nazis, gerade diese übernahmen aber viel von ihren Argumenten und
Ansichten. Ihre Schriften sollten den Grundstock für den aufkeimenden und
erstarkenden deutschen Rassismus werden, dessen Auswüchse in den Jahren
1933 bis 1945 durch den damit verbunden Krieg weltweit über 70.000.000
Menschen das Leben kosteten (hiervon alleine schon 50.000.000 tote
Soldaten!).
QUELLE LINK KLICK MICH
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen